Zur Apfelernte in Südtirol

Urlaub am Fuße des Großglockners

Südtirol wirbt um Besucher mit stattlichen 300 Sonnentagen im Jahr. Davon wollen wir uns überzeugen und buchen für unseren Herbsturlaub eine Woche im Panoramahotel am Sonnenhang in Dorf Tirol.

Durch die Hanglage verteilt sich das im Sommer 2020 komplett renovierte Hotel auf neun Etagen. Die Westterrasse unserer Suite „Sky“ im siebten Stockwerk wird dem Namen Sonnenhang vollends gerecht. Beim Blick auf das Etschtal und den Vinschgau haben wir beinahe den ganzen Tag die Sonne im Gesicht - zumindest theoretisch, da es an den ersten beiden Oktobertagen unseres Urlaubs regnet und ziemlich kühl ist. Dennoch ergeben sich in den insgesamt sieben Tagen genug Gelegenheiten für schöne Ausflüge und Wanderungen. Das Panoramahotel am Sonnenhang überzeugt uns mit gutem Service, einer tollen, ausgefallenen Küche und einem netten Pool- und Wellnessbereich. Insbesondere die beiden beheizten Außenpools auf der Sonnenseite machen gerade nach längeren Wanderungen viel Spaß.

Durch die Apfelplantagen unter Dorf Tirol

Nachdem wir am ersten Tag das überschaubare Dorf Tirol erkundet haben und auch das Eisgeschäft Sabine für uns entdeckt haben, nehmen wir uns am zweiten Tag die Umgebung vor. Zunächst spazieren wir zum Schloss Tirol, dass unter anderem das Landesmuseum und ein Pflegezentrum für Vögel beheimatet. Das um 1100 eröffnete, gut erhaltene Gemäuer war die Stammburg der Grafen von Tirol und die Wiege der gleichnamigen Grafschaft. Von dort aus gehen wir hinab durch die Apfelplantagen und Weinberge nach Algund und später weiter nach Meran. Anschließend geht es über den Tappeinerweg wieder zurück nach Dorf Tirol. In den Folgetagen entdecken wir in dieser Passage viele bezaubernde Wege - etwa den Winzerweg, den Apfelweg, den Gnaidweg oder den Tirolersteig.

Die sehenswerten Gärten von Trauttmansdorff

Tags darauf starten wir nach dem tollen Frühstück gegen 10 Uhr direkt vom Hotel aus zu Fuß zu den Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Kaiserin Sisi besuchte häufiger diese Botanischen Gärten, die sich heute auf einer Fläche von etwa zwölf Hektar erstrecken. Vor unserem Eintritt statten wir dem Bauernmarkt im Meraner Ortsteil Obermais noch einen Besuch ab. In Trautmannsdorf verbringen wir mehr als vier Stunden in vier unterschiedlichen Bereichen: Wir starten in den Waldgärten, gehen weiter zu den Sonnengärten sowie den Wasser- und Terrassengärten, ehe wir uns die Landschaft Südtirols genauer anschauen. Zwischendurch gönnen wir uns immer mal wieder Pausen, etwa im Garten für Verliebte, in der Voliere oder am Palmenstrand, wo wir gemeinsam picknicken. Spannend ist auch der Bereich Südtirols, wo wir viel über die hiesigen Weine oder auch die ansässigen Gesteinsarten lernen.

Zur Mutspitze und den Spronser Seen

Weil das Wetter heute vielversprechend ist, setzen wir unsere Königsetappe an: Wir wollen über die Mutspitze zu den Spronser Seen wandern. Um 9:30 Uhr verlassen wir das Hotel und spazieren zunächst zur Talstation der Hochmuth-Seilbahn. Nach kurzer Fahrtzeit geht es hoch von 650 auf 1.400 Meter. An der Bergstation starten wir um 10.15 Uhr bei Kaiserwetter - aber kühleren 12 Grad - zunächst zum Gasthof Steinegg und dann weiter durch den Wald zum Gasthof Mutkopf. Anschließend steigen wir recht steil über die Ostseite in die Höhe. An der nächsten Kreuzung nehmen wir dann den Weg 23 zum Gipfelkreuz der Mutspitze. Der Weg bleibt steil, aber der Blick auf das Etschtal und den Vinchgau und die umliegenden Gipfel entschädigt für alles. Um 12:30 Uhr erreichen wir das Gipfelkreuz der Mutspitze und picknicken dort, während die Sonne den Schnee der vergangenen Tage wegtaut. Anstatt wie die meisten Besucher wieder abzusteigen gehen wir in westliche Richtung weiter auf Weg 25. Allerdings gehen wir nun auf der nördlichen Seite des Grats, wo quasi überall Schnee und Eis liegt. Der anspruchsvolle Weg über die Taufenscharte erfordert Schwindelfrei- und Trittsicherheit. Im Schnee gehen wir weiter runter zu den Spronser Seen, dem Pfitschersee und dem Kasersee. Kurz vor der Oberkaseralm treffen wir um 15 Uhr auf dem Weg Nummer 6, der direkt zurück führt bis ins Dorf Tirol: Gehzeit zwei Stunden und 40 Minuten bis zum Tiroler Kreuz. Um kurz nach 18 Uhr kehren wir nach 30 Kilometern, 1.000 Meter Aufstieg und 1.800 Meter Abstieg zurück ins Hotel, wo wir vom Balkon noch den Sonnenuntergang sehen - herrlich.

Schenna am Tag der Apfelernte

Nach der großen Runde am Vortag lassen wir es heute ruhiger angehen: Um 10:30 Uhr starten wir an einem goldenen Oktobertag zu unserem Spaziergang über die Passeier hinüber nach Schenna. Dort kommen wir Schlag 12 Uhr an, schlendern durch den Ort und essen ein leckeres Eis bei Anny. Zurück geht es durch die Apfelplantagen hinunter zum Pulverturm von Meran und über den Tappeinerweg zurück nach Dorf Tirol. Dort haben wir ein besonderes Erlebnis, als wir den Arbeitern bei der heute stattfindenden Apfelernte zusehen - eindrucksvoll.

Ein Abstecher ins sonnige Verona

Sollte das Wetter in Südtirol ausnahmsweise mal nicht so toll sein, so lohnt sich ein Abstecher in den Süden. Wir entscheiden uns an einem Regentag für die Fahrt nach Verona, wo es heute sonniger sein soll. Wir verlassen das Hotel um 9:15 Uhr bei Regen und 9 Grad. Es geht über Bozen, Trient und vorbei am Gardasee bis nach Verona, wo wir nach etwa zwei Stunden Fahrt im Parkhaus Centro östlich der Etsch ankommen. Bei angenehmen 20 Grad und leichter Bewölkung spazieren wir in Richtung der historischen Arena in der Veroneser Innenstadt. Durch die herrliche Fußgängerzone schlendern wir weiter zur Piazza delle Erbe: wunderschön. Natürlich besuchen wir das Haus der Giulietta, wo Shakespeares Drama Romeo und Julia spielte. Anschließend geht es weiter nordwärts zur Ponte Pietra, wo wir uns mit leckerem Foccacia stärken. An der Etsch entlang spazieren wir weiter zur Festung Castelvecchio. Wir lassen uns etwas durch die Stadt treiben und brechen gegen 16 Uhr wieder auf und fahren zurück in den Norden. Um 18 Uhr sind wir zurück im Hotel in Dorf Tirol. Übrigens: Aus dem Ort werden auch Tagesausflüge nach Venedig angeboten. Die einfache Fahrzeit von etwa drei bis vier Stunden erschien uns aber zu lang - hier hat sich Verona als gute Alternative herausgestellt.