Über den Gipfeln Tirols

Montenegro
Montenegro: Schwarzer Berg mit toller Küste
Urlaub am Fuße des Großglockners

Covid-19 ist Schuld, dass wir den Corona-Sommer 2020 im Stubaital verbringen – und nicht wie ursprünglich geplant auf Vancouver Island. Verglichen mit dem Leid, das mit dem Virus ansonsten einher geht, ist unser Familienurlaub in Tirol kein Übel, sondern eine wirklich tolle Erfahrung. Von dem wunderbaren Alpeiner Nature Resort in Neustift aus erkunden wir eine Woche lang das Stubaital und lernen dessen Vielfalt zu schätzen. Angesichts eines überzeugenden Hygiene-Konzepts und sehr viel Platz in den Bergen verleben wir geradezu unbeschwerte Ferien.


Rundwanderung am Elfer


Am Tag nach unserer Ankunft verschaffen wir uns zunächst einen Überblick vom Stubaital. Das gelingt atemberaubend von den Alm an der Bergstation der Elfer-Seilbahn. Die Talstation ist nur wenige Meter von unserem Hotel entfernt. Mit der inkludierten StubaiSuperCard fahren wir kostenlos von Neustift auf 1.000 Meter hoch bis auf 1.790 Meter. Oben besuchen wir die größte begehbare Äquatorial-Sonnenuhr Österreichs. Die passt gut hierher, denn der Elfer verdankt seinen Namen der Tatsache, dass die Sonne sich um 11 Uhr vormittags über seinem Gipfel zeigt.

Anschließend schauen wir den Gleitschirmfliegern bei ihrem spektakulären Hobby zu. Dann beginnt der Aufstieg - zunächst zur Elferhütte. Der folgende Weg zu den rund 2.500 m hohen Elfer-Türmen ist sehr abwechslungsreich. Vor allem der markante Bergkamm hat es uns angetan. Kurz vor dem Elfersattel stärken wir uns bei einem alpinen Picknick. Das letzte Stück zum Elfer-Gipfelkreuz - unterstützt durch Seil und Haken - hat es noch mal in sich.

Von Neustifts Hausberg, einem Gipfel der Stubaitaler Seven Summits, eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf unser Hotel Alpeiner Nature Resort im Tal. Anschließend steigen wir ab über den Zwölfernieder, wobei wir ein Murenabgang passieren. Dann geht es in Serpentinen steil hinab durch ein Geröllfeld und wieder zurück unter die Baumgrenze. Etwas später hören wir Kuhglocken und erreichen die Autenalm. Vor da aus wandern wir noch etwa 30 Minuten direkt oberhalb von Neustift und gelangen nach 15 Kilometern und 1.000 Höhenmetern wieder zur Elfer-Bergstation. Nach der Talfahrt sind wir um 15:30 Uhr wieder im Hotel.








Per Gleitschirm ins Tal


Zwei Tage später zieht es uns erneut hoch zur Elfer-Bergstation. Aber dieses Mal nehmen wir ein anderes Fortbewegungsmittel zurück ins Tal. Gemeinsam mit Guide Markus aus dem Alpeiner Nature Resort, ein ehemaliger Paragliding-Lehrer, wagen wir alle drei Tandem-Flüge mit dem Gleitschirm. Der Start erfolgt am oberen Ende der Skipiste. Bei Kaiserwetter haben wir absolut beste Bedingungen, gute Thermik und bleiben fast 30 Minuten in der Luft - mit sensationellen Ausblicken auf das Stubaital. Eine wirklich tolle Erfahrung. Wir landen auf der Wiese direkt hinter unserem Hotel - pünktlich zum leckeren Mittagsbuffet.

Tirols größtem Hochseilpark


Tags darauf besuchen wir das wenige Kilometer entfernte Fulpmes. Wir nutzen einen weiteren Tag mit Kaiserwetter, um dort den Outdoorprofi-Kletterpark zu besuchen. Für 75 in bar gezahlte Euro verbringen wir drei knapp dreieinhalb Stunden in Tirols größtem Hochseilpark mit einer enormen Bandbreite an Schwierigkeitsgraden. Wir absolvieren fast alle der 14 Parcours - von gelb über blau und rot bis hin zu schwarz. Ein reizvolles Vergnügen mit professionellen Guides in toller Umgebung. Tipp: Bei den mehr als 100 Übungen - darunter einige tolle Seilbahnen - sind Handschuhe durchaus hilfreich. Auch wenn der ein oder andere Einheimische die Sinnhaftigkeit eines Kletterparks im Naturraum der Alpen in Frage stellt, so freuen sich gerade die über Zehnjährigen über diese Alternative zur längeren Familienwanderung.

Sommerrodeln am Fuße der Serles


Dann geht es in wenigen Minuten weiter nach Mieders zur Talstation der Serles-Bahnen. Nach der Fahrt zur Bergstation Koppeneck auf 1.600 Meter vergnügen wir uns an den Teichen am Fuß der Serles, einer mächtigen Felspyramide, die nicht umsonst „Hochaltar von Tirol“ genannt wird. Am See beobachten Kaulquappen und kleine Frösche und balancieren über die Holzplanken. Dann geht es mit der Sommerrodelbahn bei Topwetter zurück ins Tal - mit der StubaiSuperCard einmal in der Woche kostenlos. Ein rasantes, rund sieben Minuten langes Vergnügen mit atemberaubenden Ausblick auf das Stubaital. Schade: Bei der Abfahrt ist Filmen - auch mit GoPro- leider komplett verboten

Der WildeWasserWeg als Königsetappe


Für unsere Königsetappe im Stubaital haben wir uns den Wecker auf 8 Uhr gestellt. Nach dem ausgiebigen Frühstück machen wir uns startklar für den WildeWasserWeg. Dafür fahren wir zunächst zehn Kilometer tiefer ins Stubaital nach Ranalt, wo wir parken. Die Wanderung führt uns zunächst vorbei am Langetaler Wasserfall und zur Tschangelair Alm, ehe wir am Ende der ersten Etappe die Grawa Alm und die Aussichtsplattform am Grawa Wasserfall erreichen. Dann geht neben dem Wasserfall im Wald hoch zur Abbruchkante am Sulzenegg. Dort befindet sich in einem einzigartigen Kessel die heute geschlossene Sulzenau Alm. In der Nähe stärken wir uns und steigen weiter auf zur Sulzenauhütte. Hier gibt es am Ende der zweiten Etappe des WildeWasserWegs ein leckeres Mittagessen - Wiener Schnitzel und Kaiserschmarren - und einen wirklich überragenden Blick ins weite Stubaital.

Nach dem Mittagessen gegen 13:45 ist es bereits zu spät für einen weiteren Aufstieg zum Gletscher - das wäre die dritte und letzte Etappe des WildeWasserWegs. Dafür wandern wir noch 20 Minuten zum Gebirgssee Blaue Lacke auf etwa 2.250 Meter und baden allen Ernstes in 13 Grad kaltem Wasser: hart aber herrlich! Gegen 15 Uhr machen wir uns auf den Abstieg von der Sulzenauhütte ins Tal. Wir sind gegen 17:45 Uhr nach wunderschönen knapp 20 Kilometern und rund 1.000 Höhenmetern wieder am Auto in Ranalt und um 18 Uhr wieder in Neustift.






Im Innern eines Kristalls


Unser letzter Ausflug führt uns ab 9:30 Uhr hinaus aus dem Stubaital ins Inntal. Weniger als eine Stunde später sind wir in Wattens, wo sich die Kristallwelten von Swarovski befinden. Dort begeben wir uns in diesem Corona-Sommer nach Mini-Wartezeit an der Kasse auf die Audiotour. Gut zweieinhalb Stunden lassen wir uns durch die herrlichen Kristallwelten treiben. Hinter dem Wasser speienden Riesen besuchen wir zunächst die 17 Wunderkammern. Zahlreiche Künstler haben die Räume auf ihre Art inszeniert (André Heller, Niki St. Phalle, Brian Eno, Keith Haring usw.) - sie alle eint das Kristall als zentrales Element. Besonders beeindruckt hat uns der Kristalldom, ein mit 595 Spiegeln und verborgenen Schätzen veredelter Blick ins Innere eines Kristalls. Auch die Eisgrotte, in der es künstlich schneit und richtig kalt ist, sowie El Sol haben uns richtig beeindruckt. Zur Mittagszeit lassen wir uns draußen an der Kristallwolke nieder und picknicken. Zum Abschluss geht es noch ins Labyrinth und auf das Karussell. Auf den für Kinder sehr reizvollen Spiel-Turm verzichten wir in Corona-Zeiten.

Anschließend verlassen wir Wattens in Richtung Innsbruck. Wir parken in der Zentralgarage und essen im Hofgarten ein Eis, ehe wir am Inn entlang zum Markt und zur Altstadt schlendern. Dort wird rund um das Goldene Dachl kräftig gebaut. Wir spazieren weiter entlang der schönen Fußgängerzone und vorbei an der St. Anna Säule zum Kaufhaus Tyrol. Um 16 Uhr fahren wir über die alte Panoramastrecke zurück ins Stubaital. Wie die meisten Nachmittage lassen wir auf diesen am herrlichen Naturpool unseres Hotels. Dann freuen wir uns auf das - wie immer - vorzügliche Dinner und den herausragenden Service im Alpeiner. Übrigens: An Vancouver Island haben wir zum Ende unserer Woche im Stubaital kaum noch einen Gedanken verschwendet.