Curaçao: Einfach nur dushi

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Curaçao ist zwar die bevölkerungsreichste und flächenmäßig größte der drei ABC Inseln, aber für uns dennoch so etwas wie das „Mittelding“. Die C-Insel ist geografisch eingebettet von ihren beiden Nachbarn und bietet eine interessante Mischung zwischen Natürlichkeit und guter Infrastruktur. Wir schlagen unser Basislager in der Inselmitte in der Nähe von Willibrodus auf. Um es vorweg zu nehmen: Das Airbnb Villa Rileks im Coral Estate ist für uns ein echter Volltreffer.

 

Zu Lande:


Die Hauptstadt Willemstad mit ihren gut 125.000 Einwohnern verfügt über die schöne kleine Altstadt von Punda, die seit den Neunziger Jahren UNESCO-Weltkulturerbe ist. Die Wege sind kurz und so passieren wir kurz nach dem Fort Amsterdam bereits die nach Königin Emma benannte Pontonbrücke, die auf die andere Seite führt: Otrabanda. Dort lassen wir uns eines der typischen Holzschilder von Curacao anfertigen: Das Ergebnis ist einfach „dushi“, der Begriff ist auf den Inseln allgegenwärtig und hat inder Kreolsprache Papiamento mehrere Bedeutungen - etwa schön! Zum Lunch schauen wir in einem Markt vorbei, in dem die Einheimischen in einer Art Hawker Center essen. Allerdings entscheiden wir uns letztlich gegen lokale Spezialitäten wie Kuhzunge, Ziegenleber und Kuddel-Suppe. Stattdessen entscheiden wir uns für eine kleine einheimische Bäckerei und werden nicht enttäuscht.

Während der Süden der Insel rund um Willemstad bis hin zum Jan Thiel Strand
recht touristisch geprägt ist, bietet der Norden Curaçaos Natur pur.





Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch des Nationalparks Shete Boka, was soviel heißt wie „Sieben Buchten“. Hier an der wilden und zerklüfteten Nordostküste Curacaos donnert das Wasser mit Macht gegen die Felsen und hinterlässt seine Spuren. Im Nationalpark lassen wir unser Auto am Hauptparkplatz stehen und gehen zu Fuß zum ersten Highlight: der Grotte Boka Tabla. Hier dringt das Wasser mit jedem Wellengang in den Hohlraum, bahnt sich dort gurgelnd seinen Weg und hinterlässt eine Grotte voller Gischt. Anschließend gehen wir weiter westwärts an der Küste zur Boka Wandomi. Dort hat das Wasser eine künstliche Brücke in den Kalkstein gespült. Etwa zwei Kilometer südlich liegt Boka Kalki. Auch diese herrliche Bucht ist das Ergebnis der stetigen Arbeit des Wassers, das auch hier beharrlich gegen die Felsen donnert. Das große Finale erwartet uns aber an der Boka Pistola: Hier knallt die Brandung so sehr in den Felsen, dass das Wasser bei den großen Wellen weit über zehn Meter in die Ferne spritzt, laut wie ein Geschoss.




Von Shete Boka gut sichtbar ist der höchste Berg der Insel, der 375 Meter hohen Mount Christoffel. Um ihn zu besteigen, starten wir früh und lösen am Eingang dieses Nationalparks drei Tagestickets für insgesamt 23 US-Dollar. Die Bergbesteigung über den Mountain Trail sollte laut Parkverwaltung in den Morgenstunden möglichst vor 11 Uhr erfolgen, da der steile Anstieg in der Mittagshitze zu einer echten Tortur werden kann. Wir starten um 8:50 Uhr in den Berg und spüren auch schnell eine außergewöhnliche Belastung durch Hitze und den steinigen, steilen Anstieg. Nach einem Snack-Zwischenstopp erreichen wir um Punkt 10 Uhr nach 70 Minuten den Gipfel. Die letzten Meter bis dorthin erfordern ein paar Kletter-Künste durch die Felsen. Oben auf dem Gipfel werden wir mit einem wahnsinnigen Panorama belohnt. Gemeinsam mit etwa 15 weiteren Gipfelstürmern lassen wir uns den Wind um die Ohren pfeifen: herrlich!

Im Wasser:


Geht es um die Strände auf den ABC-Inseln, so haben uns die Buchten im Norden Curaçaos am besten gefallen. Am Playa Kalki gibt es eines der schönsten Schnorchelriffs der Insel, auch Alice in Wonderland genannt. Etwas weiter südlich liegt einer der bei Einheimischen und Touristen beliebtesten Strände, Grote Knip oder auch Playa Kenapa Grande. An einem Dienstagnachmittag ist die Bucht zum Glück nicht überlaufen. Der Strand ist auf über 100 Meter bestens geschützt durch die Felswände der Bucht. Somit ist der Einstieg einfach und man hat quasi ein Schwimmbad aus klarstem Karibik-Wasser. Die Krönung an diesem Strand ist jedoch ein Klippensprung von der rechten Steilkante der Bucht: Nachdem wir die Einheimischen ein wenig beobachtet haben und die Wassertiefe gecheckt haben, probieren wir es auch: Nach einem etwas mühseligen Aufstieg stürzen wir uns aus etwa neun Metern in das türkisblaue Wasser. Mutprobe bestanden - und ein unvergessliches Erlebnis für unsere Zehnjährige und den Papa.





Neben dem ebenfalls sehenswerten Daaibooi-Strand gefällt uns vor allem der Playa Porto Marie. Hier sollte man sich nicht wundern, wenn an der Strandliege hin und wieder ein Schwein oder ein Leguan auftaucht. Nach unserem auf Bonaire bestandenen Tauchschein unternehmen wir hier noch einen Besuch der Unterwasserwelt. Gemeinsam mit Dive Master Sander sehen wir unter anderem Hohlkreuz-Shrimps, eine Krabbe und einen Oktopus im Versteck, einen wunderschönen Flötenfisch sowie einen Tüpfel-Ritterfisch.