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Südafrika mit Kind

Südafrika Kapstadt, Südafrika mit Kind

Südafrika mit Kind: Nach einer netten Kranich-Begrüßung durch das Frankfurter Lufthansa-Team geht es zunächst um 16:30 Uhr nach München, ehe dort gegen 19 Uhr der Flug nach Kapstadt startet. Wir schlafen ordentliche fünf bis sieben Stunden und landen Schlag 7 Uhr zum Sonnenaufgang in Kapstadt, sehen bei der Landung den Tafelberg und gelangen entspannt und gut organisiert ins Land. Die Geburtsurkunde unserer Tochter ist gefragt, ein internationaler Führerschein bei der Autovermietung nicht so recht. Mit einem nicht mehr ganz frischen Toyota Avanza starten wir um 9 Uhr auf der N2 gen Osten. Nach knapp 400 Kilometern Linksverkehr, inklusive Affen, Straußen und einer harmlosen Polizeikontrolle erreichen wir um 13 Uhr Mossel Bay.

Mossel Bay


Die Einheimischen schauen etwas verdutzt, als wir von einem dreistündigen Spaziergang durch das durchaus hügelige Mossel Bay berichten. Tatsächlich lässt sich auch dieser Ort so am besten erkunden. Sei es der Post Tree, das Museum Bartholomäus Diaz oder der auch von vielen Einheimischen besuchte innerstädtische Santos Beach. Auch das leckere Restaurant Garnett mit seinem tollen Fischplatten, Burgern und Straußensteaks ist nur einen Steinwurf entfernt. Wer noch besser zu Fuß ist (oder dies dann doch lieber per Auto erledigt), sollte sich den Point und den Cape St. Blaize Leuchtturm nicht entgehen lassen. Dort startet auch der herrliche St. Blaize Trail entlang der Küste.
Wer sich in Mossel Bay aufhält, sollte unbedingt einen Ausflug in die Kleine Karoo unternehmen. Über den Robinson Pass geht es auf einer gut ausgebauten Strecke nach Oudtshoorn, der Hauptstadt der Straußen. In den Straußenfarmen Highgate, Safari oder auch bei der Ostrich and Butterfly Farm erfahren Groß und Klein allerlei Wissenswertes über die großen Vögel. Wenn der Boden nicht zu feucht ist, erlebt man sogar ein Straußen-Rodeo. In den angrenzenden Shops gibt verzierte Straußeneier, Federn zum Putzen und Geldbörsen aus dem besonders robusten Leder. Von Oudtshoorn ist es dann nicht mehr weit zu den Cango Caves. Um sich die imposanten Tropfsteinhöhlen anzuschauen, sollte man vorher eine Zeit für eine Führung reservieren.

Addo

Die Tage rund um den Addo National Park beginnen früh: Kaum dämmert es beginnen Vogelkonzerte. Dann sollte man keine Zeit verlieren und die sehenswerte Wildnis erkunden. Unser perfekter Tag beginnt mit einem typisch afrikanischen Frühstück im Restaurant Sneezewoods direkt in der Chrislin-Lodge unter anderem Pfannkuchen mit Sirup, Bananen und Bacon.
Um kurz vor 10 Uhr holt uns unser Guide Scott zu einer atemberaubenden Safari ab. Zunächst geht in den Addo Elephant Park zu einer dreistündigen Bus-Safari. Bei tollem Wetter sehen wir reichlich "Game" - insbesondere natürlich Elefanten. In der Reihe ihres Auftretens: Eland, Warzenschwein, Erdmännchen, Schildkröte, Strauß, Sekretärvogel, Weihe, Kudu, Antilope, Zebra, mehrere Elefanten hautnah, eine Büffelherde, Perlhühner, Affen, Gnus und Impalas. Gegen 14 Uhr verlassen wir den Park durch den Hinterausgang ins private Schotia Game Reserve. Nach dem Mittagessen startet eine Pirschfahrt im offenen Land Rover. Schotia ist wesentlich kleiner als Addo und bietet eine hohe Tierdichte. Aus nächster Nähe sehen wir Springböcke, Nyalas, Buschböcke, einen bewundernswerten Hasen und zwei Breitmaul-Nashörner, sogenannte White Rhinos.
Zu Fuß führt Scott uns heran an Krokodile, Nilpferde und Giraffen - sagenhaft. Nach eine Kaffeepause beobachten wir drei Löwen beim Antilopen-Dinner aus fünf Metern Entfernung: imposant und fast wie drapiert.
Wir erleben einen fantastischen Sonnenuntergang und treffen uns im Camp beim Lagerfeuer zum Dinner. Anschließend zeigt Scott uns den atemberaubenden Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre inklusive Sternschnuppe und mit dem Spotlight leuchten wir weiteren Tieren in die funkelnden Augen bzw. sehen noch einmal die Rhinos, ehe wir das Camp wieder verlassen. Müde erreichen wir gegen 22:30 Uhr wieder das Chrislin und krabbeln voller toller Eindrücke ins Bett.

Plettenberg Bay

Plett erscheint uns als der perfekte Ausgangspunkt für einige schöne Tage an der Garden Route: Der Ort ist überschaubar, aber doch abwechslungsreich und verfügt über eine Reihe toller Unterkünfte.
Plettenberg Bay ist zentral an der Garden Route gelegen und bietet neben der Nähe zu einigen tollen Aktivitäten auch einige der schönsten Strände - den ungezähmten Keurbooms Strand, den kaum weniger wilden Robberg Beach und den etwas geschützteren Lookout Beach direkt an der ruhigen Lagune. Auch hier recht die Brandung absolut zum Reiten auf dem Boogie-Board. Angesichts der doch recht heftigen Sonne macht man es am besten wie die Einheimischen: Zwei bis drei Stunden Strand reichen aus, am besten nach einer der zahlreichen Aktivitäten im Umland.
 Einen Ausflug wert ist sicher das Monkeyland, ein Tierasyl, in dem elf Affenarten ein neues Zuhause gefunden. Zu Fuß entdeckt man den Wald mit einem Guide. Es gibt auch deutschsprachige Führungen.
Auch Knysna, 50 Kilometer westlich von Plettenberg Bay gelegen, sollte man nicht verpassen. Rund um die riesige Lagune gibt es dort unzählige Trails. Die Waterfront erinnert an das Pendant in Kapstadt, nur im Kleinformat. Von dort aus starten auch die Bootstouren zu den imposanten Felsen zum Ausgang der Lagune zum Indischen Ozean, den Knysna Heads. Auf dem Motorschiff John Benn können die Mitfahrer gleich noch lunchen.
Auch der Tsitsikamma (Khosa für Gebiet mit viel Wasser) Nationalpark ist von Plett aus gut erreichbar. Wir haben dort von Plett aus einen Canopy-Trip gebucht. Um 10.30 Uhr startet die Einweisung durch den Guide, ehe wir ausstaffiert zum Startpunkt gefahren werden. Die zehn Routen sind zwar längst nicht so lang wie etwa in Costa Rica (die längste hier ist 91 Meter lang, in Monteverde war es ein Kilometer), doch die Tour durch die Yellowwoods ist dennoch ein tolles Erlebnis. Unterwegs versteckt sich in 20 Meter Höhe sogar ein Chamäleon. Einige Slides können Kinder ab sechs Jahren bereits alleine nehmen, bei anderen rutschen sie gemeinsam mit dem Guide durch den Wald. Wichtig ist, dass der Tarzanschrei auch wirklich laut genug ist.
Wer noch größere Adrenalinkicks sucht, kann sich von der Bloukrans River Bridge den mit 216 Metern höchsten Bungeejump der Welt geben. Wem das zu krass ist, der kann sich diese Show auch entspannt von der Besucherplattform ansehen. Nebenan gibt es auch noch einen Markt für afrikanische Holzarbeiten.

Kapstadt

Als Familie kann man allein an der Kapstädter Waterfront gleich mehrere Tage verbringen - so viel wird dort geboten. Ob es nun die charmanten Gaukler oder die tollen Musiker sind, die eine Atmosphäre wie in Key West kurz vor dem Sonnenuntergang verbreiten. Ob es nun die herrlich renovierte Fußgängerzone an den Piers zwischen Clock Tower und Victoria Mall ist. Oder ob es Angebote wie das Rugby Museum, das Two Ocean Aquarium oder das Mandela Gateway sind. Dort am Nelson Mandela Museum startet auch die einzige Bootstour, mit der man die Gefängnisinsel Robben Island besuchen kann. Abgesehen von einem der besten Ausblicke der Welt auf das Panorama von Kapstadt, ist es absolut bewegend, unter welch heftigen Bedingungen die Häftlinge hier (über)leben mussten. Und die etwa halbstündige Überfahrt in rauer See lohnt sich. Nach dem Lärm an der Waterfront bedeutet die Stille auf der Insel ein Kontrastprogramm. Ein Höhepunkt ist sicher ein Blick in die winzige Zelle von Häftling 46664 in der B-Sektion. Imposanter machen das Ganze noch die eindringlichen Erzählungen der Guides, darunter ehemalige Mitgefangene und Weggefährten von Nelson Mandelas. Sie alle berichten von seinem schier unverwüstlichem Charakter.
Auch das Shopping-Erlebnis an der Waterfront oder in der Ausstellungshalle Watershed - dort gibt es vielerlei afrikanische Handarbeiten - lohnt sich. Wenn die Sonne sich senkt, locken die Cafés und Restaurants - etwa das Quay Four - zum Sundowner. Und über allem thront permanent der eindrucksvolle Tafelberg. Dessen Tableau ist für Kapstadt-Besucher ein Muss. Die wenige Minuten lange Fahrt nach oben von der Talstation mit der Panorama-Gondol eröffnet überwältigende Blicke auf die Stadt, den Lions Head, das Stadion am Point, Robben Island und das benachbarte Camps Bay. Man sollte vor der Auffahrt allerdings auf die Wettervorhersage achten. Wenn auf dem Tableau der Tafelbergs das berüchtigte Tischtuch liegt, kann es oben in den Wolken ziemlich frisch werden.
Nicht verpassen sollten Kapstadt-Besucher die unvergessliche Tagestour in Richtung Süden zum Kap der Guten Hoffnung. Zunächst geht es vorbei am Devil's Peak und vorbei an Kirstenbosch und Constantia zum Boulders-Beach. Dort lohnt sich in jedem Fall der (inzwischen kostenpflichtige) Besuch die Pinguin-Kolonie. Süß! Noch weiter südlich geht es dann in den Kap-Nationalpark. Anders als die vielen Reisebusse fahren wir dort direkt zum Kap der Guten Hoffnung und nicht zum Parkplatz am Kap-Leuchturm. Achtung: Der Wind hier ist berüchtigt. Ein Traum ist der gut zweistündige Hin- und Zurück-Trail zum Leuchtturm - herrlich. Wir sehen unterwegs Klippschliefer, Eidechsen, eine Maus und treffen auf dem Rückweg eine neugierige, aber nicht unsympathische Sippe von vielleicht 30 Pavianen: imposant. Auch am Leuchtturm bläst es wie verrückt - ausgewachsenen Männern weht es die Brillen von der Nase. Wieder zurück am Kap der Guten Hoffnung ist ein Foto am Treffpunkt von Atlantik und Indischem Ozean ein Muss - dies ist übrigens der südwestlichste Punkt Afrika, der südlichste befindet sich 170 Kilometer östlich am Kap Agulhas. Wenige Freude an dem Ausflug ans Kap hatte vermutlich unser Toyota, der bei unserer Rückkehr durch Sonne, Salz und Gischt von einer eindrucksvollen Salzkruste überzogen ist.
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