Kanada: Zu Besuch im Reich der Riesen

Südafrika mit Kind
Südafrika: Am Kap der guten Stimmung
25. März 2016
Osten Kanada
Ottawa: Feuerzauber und Bieberschwänze
5. August 2016
Sankt Lorenz Strom

Kanada Tadoussac,

Geht der von Süden kommende Sankt Lorenz Strom bis Quebec noch als halbwegs normaler Fluss durch, so ändert er nördlich der Insel Orleans seinen Charakter und wird zu einem regelrechten Trichter.

La Malbaie

Am Nordufer zwischen den Wasserfällen von Montmorency und dem Saguenay-Fjord ergeben sich entlang der Route 138 immer wie beeindruckende Perspektiven auf den Sankt Lorenz Strom. Besonders hübsch liegt das Örtchen Baie Saint Paul, in dem sich vor mehr als 30 Jahren der Cirque du Soleil gegründet hat. Weiter nördlich in der Region Ost-Charlevoix liegt die "schlechte Bucht". Doch der Name La Malbaie trügt: Der schnuckelige Ort ist bei Bikern recht beliebt, auch weil ein paar ausgesuchte Restaurants gibt, die einen Stopp lohnen. Wir interessieren uns mehr für die Spielplätze - insbesondere den schönen Ufer-Playground neben dem örtlichen Tourist Office. Schön ist auch unser Spaziergang entlang der Promenade am Sankt Lorenz Strom. Angesichts der enormen Gezeiten und der sich komplett ändernden Perspektive haben wir fast das Gefühl, wir wären an einem anderen Ort. Wir besuchen noch das über dem Ort thronende, mächtige Hotel Fairmont Manor mit seinem altehrwürdigen Casino - und sind doch froh, dass wir statt dessen im sympathischen Castel de La Mer eingecheckt haben.

Tadoussac

Nördlich von La Malbaie gilt dann: Der Star ist die Landschaft. Immer wieder zeigen sich herrlich klare Seen mit spiegelnder Oberfläche inmitten dichter Wälder. Solche Motive stellt man sich auf Kanada-Postkarten vor! Wer hier in Richtung Saguenay-Fjord fährt ist zumeist auf der Suche nach den schweren Jungs: Die beiden Örtchen an der Mündung in den Sankt Lorenz Strom, Baie St. Catherine und Tadoussac, gehören den besten Spots weltweit, um Wale zu beobachten. Zunächst weist uns ein ausschließlich französisch sprechender Park-Einweiser an einer Steilwand einen fragwürdigen Parkplatz zu. Das macht er aber so überzeugend, dass wir ihm trauen und unser Tun nicht weiter hinterfragen. Um 9:45 Uhr werden wir dann eingekleidet wie beim NYPD, eine halbe Stunde später startet unsere Zodiac-Tour mit etwa 25 Personen ins Reich der Riesen - wir sind die einzigen, die "anglais" sprechen. Die Zodiacs sind schauschnell und wendig, im Vergleich mit dem großen Ausflugsboot in jedem Fall die bessere Wahl. Im Sankt Lorenz Strom merken wir, warum wir trotz mehr als 25 Grad am dem Festland die dicken Hosen und Jacken tragen müssen: Ganz schön zugig, aber ein unvergleichliches Erlebnis.

Bei der etwa zweistündigen Wal-Safari sehen wie die tollen Riesen aus nächster Nähe - Orcas, Belugas und Finnwale. Im Vergleich zu Ihnen wirken die Zodiacs geradezu mickrig. Blauwale bleiben heute zwar verborgen, aber das Erlebnis ist trotzdem überwältigend. Anschließend düsen wir noch in den Saguenay-Fjord, den südlichsten der Nord-Hemisphäre. Unser Captain heizt wie ein Weltmeister, einmal rammt ein einen treibenden Baumstamm und wir müssen uns kurz schütteln. Dann geht s dicht ran an die Steilwände und Wasserfälle. Nach der Rückkehr nach Baie St. Catherine gegen 13 Uhr ist die Ecke um den Anleger mit Autos zugestaut - einer Baustelle und dem stetigen Verkehr von der Fähre nach Tadoussac sei Dank. Wir verlassen schnell unseren Steillagen-Parkplatz und das Gedränge und picknicken etwa zehn Kilometer weiter südlich mit tollem Blick auf die Küste des Charlevoix: ein herrliches Stückchen Natur.
Social Network Integration by Acurax Social Media Branding Company