Neuseeland: Familienausflug ans andere Ende der Welt

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Neuseeland mit Kindern bereisen

Nach Neuseeland mit Kindern reisen

Neuseeland mit Kindern bereisen: Der Besuch im Land der  Kiwis ist der Höhepunkt einer ungewöhnlichen Fernreise. Es ist der Gegenentwurf zu Ferien auf dem Bauernhof:

Wir unternahmen mit unserer fünfjährigen Tochter eine fast sechswöchige Reise um die Erde, erleben nicht nur in Neuseeland enorm viel Gast- und Kinderfreundlichkeit und könnte jetzt einen neuen Reiseführer herausgeben: Die besten Spielplätze am anderen Ende der Welt.

Die Datumsgrenze bereitet Probleme. Wie erklärt man einer Fünfjährigen, dass wir bei unserer Reise ostwärts um die Erde zweimal das gleiche Datum erleben, ohne ihr mit der Mär von der Zeitmaschine zukommen.

Dabei steht es schwarz auf weiß auf unseren Flugtickets: Abflug aus dem neuseeländischen Auckland am 22. März , Landung auf der Cook-Insel Rarotonga am 21.März 2014. Das Über

schreiten der Datumsgrenze ist nur ein Höhepunkt unseres Familienausfluges der etwas anderen Art.

Wir unternehmen die Reise mit unserer fünfjährigen Tochter Emmi, bevor sie und wir an die Schulferien gebunden sind. Insgesamt geht es in 40 Tagen um die Erde mit Stopps in Hong Kong, Auckland, Rarotonga und Los Angeles – genauer gesagt Disneyland. Mehr als die Hälfte der Zeit steht für Neuseeland zur Verfügung. Vor der Ankunft am anderen Ende der Erde teilen wir die Flugzeit mit einem zweitägigen Stopp in Hong Kong.

HongKong


Die chinesische Sonderverwaltungszone ist bestens auf Touristen eingestellt und macht ihnen die Eingewöhnung leicht. Mit dem Airport Express ist man in 24 Minuten im Stadtteil Kowloon. Dort und auf HongKong Island lässt sich vieles zu Fuß erforschen.

Für den steilen Weg auf den 552 Meter hohen Victoria Peak ist allerdings die Fahrt mit der Tram zu empfehlen. Das Erlebnis wird mit einem atemberaubenden Blick auf die Bucht belohnt.

Nicht verpassen sollten Besucher Hong Kongs auch die allabendlicheLicht-und Lasershow, bei der die zahlreichen Wolkenkratzer die Hauptrollen spielen.

Neuseeland/Nordinsel


Nach dem Weiterflug nach Auckland beträgt der Zeitunterschied gegenüber Deutschland zwölf Stunden. Jetlag! Wie ferngesteuert begrüßen wir Christoph, den Gastgeber unserer ersten Unterkunft in Kohi Beach. Der gebürtige Berliner führt das gleichnamige Bed & Breakfast Haus nebenberuflich mit seiner neuseeländischen Frau Sonia. „Schlaft euch erstmal aus und gewöhnt euch an das Tempo hier“, rät er. „Verglichen mit dem Rhein-Main-Gebiet läuft hier alles viel gelassener.“ Das gelte selbst für die Großstadt Auckland, in der rund ein Drittel der gut vier Millionen Neuseeländer wohnen. Da wir während der ausschließlich nächtlichen Flüge zumindest ein paar Stunden schlafen konnten, sind wir nach zwei Nächten in Auckland ganz gut im Rhythmus, insbesondere Emmi. Auch der Linksverkehr fällt nun viel leichter – bis auf das ständige Verwechseln der seitenverkehrt angebrachten Blinker und Scheibenwischer. Aber damit outen sich auch andere Touristen ständig. Mindestens drei Nächte in Auckland. Nicht nur der Eingewöhnung wegen sollten sich Neuseeland-Besucher in Auckland mindestens drei Nächte gönnen.

Zum Start lohnt ein Blick vom 328 Meter hohen Sky Tower, bei dem man bereits von oben erkennt, was die Stadt zwischen Tasmanischem Meer und Pazifik alles zu bieten hat: den Albert- Park an der Universität, die Strände amHauraki-Golf sowie einen herrlichen Hafen. Als sich an der Außenfassade Bungee-Springer in die Tiefe stürzen, lernt man gleich noch eine weitere Seite der „Kiwis“ kennen: Kaum eine Nation hat im Verhältnis zu ihrer Größe mehr Extremsportarten ersonnen. Fast alle Adrenalinkicks lassen sich auf der Nordinsel rund um die Stadt Rotorua ausleben.Wer mag, kann sich am Seil in eine Schlucht stürzen oder in einem Ball den Hang hinab rollen. Kinderfreundlicher ist „The Luge“, eine Artmodernes Seifenkistenrennen.

Doch Rotorua bietet auch eine andere Seite: Im sogenannten „Ring of Fire“ gelegen, zeigt die Stadt mit ihren aktiven Thermalfeldern, wie viel Kraft unter der Erdoberfläche schlummert. Schlammlöcher blubbern,Geysire sprudeln – und über allem wabert der ständige Geruch von Schwefel. Kein Wunder, dass diese Region für die Maori eine besondere Bedeutung hat. Wer mehr über die vulkanischen Aktivitäten, den nachtaktiven Nationalvogel Kiwi und die Maori-Kultur erfahren möchte,der solltedasThermalfeld Te Puia besuchen. Der dort vorgetragene rituelle Maori-Tanz „Haka“ hinterlässt Eindruck bei Groß und vor allem Klein. Wann darf man sonst schon mal die Zunge rausstrecken?

Neuseelands Nordinsel ist so attraktiv wie vielfältig. In knapp zwei Wochen lässt sich nur ein Bruchteil erkunden – zumal wir mit Kind dasTempo wohl dosieren. Dafür könnten wir einen neuen Kinder-Reiseführer schreiben: „Neuseelands beste Spielplätze“.

Einer der schönsten liegt im Einer Botanischen Garten von Wellington. „Welly“ beherbergt ferner das kinderfreundliche Nationalmuseum Te Papa. Höhepunkte dort sind eine wahrlich erschütternde Erdbeben- Simulation und eine präparierte Riesenkrake. Aus der Hauptstadt verkehren zudemdie Fähren auf die Südinsel nach Picton.

Neuseeland/ Südinsel


Überraschendmild ist der klimatische Start auf der Südinsel. Die Marlborough Sounds mit ihren Fjorden im Norden der Südinsel sind sonnenverwöhnt und eine der besten Weingegenden des Landes.Auf der Südinsel versteht man schnell, warum die Maori hier einst bei ihrer Ankunft das „Land der langenweißenWolke“ fanden.

Wie Tischdecken hängen sie an vielen Bergen. Immer wieder gleicht man die stets wechselnde Szenerie ab mit bekannten Landschaften in Europa: Toskana, Norwegen, Schwarzwald. Doch so richtig trifft es all das nicht. Das hier ist einzigartig. Entlang der Westküste passieren Reisende ehemalige Goldgräberstädtewie etwa Greymouth sowie die Gletscher-Zwillinge Fox und Franz Josef, ehe sie die Südalpen am Hast-Pass überqueren.

Am Lake Wakatipu begrüßt sie dann Queenstown, das durch seine Lage zwischen See und Bergen wahrlich gesegnet ist. Viele Rucksackreisende aus aller Welt verweilen inmitten der Bergkulisse länger und jobben derweil in den zahlreichen Kneipen und Restaurants. Eines davon ist der vielleicht beste Burgerladen des Landes, Fergburger.

Einen Kontrapunkt zu Queenstown stellt Christchurch dar. Die größte Stadt der Südinsel erholt sich mühsam von mehreren heftigen Erdbebenvor rund drei Jahren: Die Kathedrale ist zertrümmert, weite Teile der City sind umzäunt und nicht zugänglich. Pylonen und das unaufhörliche Piepen von Baufahrzeugen scheinen allgegenwärtig. Trotz all der offenen Wunden setzt die Stadt aber auch eindrucksvolle Zeichen des Aufbruchs: Mit „Re:Start“ ist ein charmantes Einkaufszentrumaus Containern entstanden.

Wem die Gelassenheit Neuseelands gefällt, der wird die Südseeinsel Rarotonga erst recht lieben.

Südseeinsel Rarotonga


Auf dem Eiland mit seinen nur 32 Kilometern Umfang herrscht „Island- Time“: Halbstündlich umrunden Busse die Insel links- und rechtsrum. Der gegen den Uhrzeigersinn fahrende Bus fährt letztmals um 16.30 Uhr ab, danach ist Dienstschluss. Urlauber können die viele Freizeit nutzen, in dem sie direkt vom Strand im kinderfreundlich-seichten Wasser los schnorcheln oder mit dem Kajak zum Riff fahren.

In klaren Nächten blickt man hoch zu einem überwältigenden Nachthimmel, bei dem das Kreuz des Südens aus dem Band der Milchstraße herausragt. Das Beste an der Insel: Wer sie von Auckland aus ansteuert, gewinnt einen Tag und hat noch mehr Freizeit. Das ist eine Beschreibung der Datumsgrenze, die auch Kinder überzeugt.

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