Krk: Familieninsel für Entdecker

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Der Hotelparkplatz ist fast leer, als wir nach zehnstündiger Autofahrt um 15 Uhr im Hotel Falkensteiner Punat Park ankommen. Obwohl einige deutsche Bundesländer Herbstferien haben und die Oktober-Sonne noch für milde 22 Grad sorgt, gibt es keinen Zweifel: Auf der Insel Krk herrscht absolute Nachsaison.



Hotel Falkensteiner Punat Park: Trotz Nachsaison ist die Luft nicht nicht raus

An unserem vierten Abend etwa kümmert sich das Hotelpersonal auf sehr anständigem Servicelevel um sage und schreibe sechs Gäste - etwas schräg! Unserem Familienurlaub in Kroatien tut das aber keinen Abbruch. Das im Sommer 2017 etwas holprig gestartete Hotel Falkensteiner Punat Park erweist sich alles in allem als gute Wahl mit prima Küche. Das gesamte Haus inklusive Pool ist frisch renoviert - mit Ausnahme der Minigolf-Bahn, die allerdings auch einen gewissen Antik-Charme ausstrahlt.

Uns ist klar, dass wir im Herbst nicht mehr tagelang in den zahllosen, verlassenen Buchten der zweitgrößten Insel des Landes planschen. Aber fürs gelegentliche Baden im Meer ist es bei gut 20 Grad Wassertemperatur noch nicht zu kalt. So verlängern wie unseren Spätsommer noch einmal um etwas mehr als eine Woche und machen uns das milde Klima zunutze: Schon bevor die Sonne stets so ab 11 Uhr ihre Kraft entfaltet, machen wir uns an die Erkundung der Insel - vorwiegend zu Fuß.



Rundwanderung: Hirtenweg um Punat

Zur ersten Orientierung marschieren wir direkt vom Hotel in Punat los und gehen über Prgon steil bergauf zu den Drei Kreuzen, wo wir einen tollen Blick haben auf die Punat-Bucht mit ihrer kleinen Klosterinsel Kosljun. Wir steigen den roten Hirten-Weg weiter hoch bis Barbina (300 Höhenmeter), von wo wir die herrliche Kvarner Bucht mit den vielen Inseln toll überblicken können. Unseren Weg säumen wilder Salbei, Ziegen und natürlich reichlich Ziegenköttel. Den Aufstieg zum 541 m hohen Veli Vrh sparen wir uns und marschieren stattdessen eine blaue Mountainbike-Strecke wieder runter zum Hotel. Nach 14 Kilometern haben wir uns ein Mittagessen echt verdient.


Auf den Spuren des Schatzes von Krk

Bei zwei weiteren Wanderungen begeben wir auf die Spuren des Schatzes von Krk. Als Schatz stellen sich letztlich die herausragenden Oliven der Insel heraus. Wie treffend, dass gerade Olivenernte ist, als wir die dreieinhalbstündige Wanderung von Krk-Stadt vorbei an mehreren Teichen, einem überwucherten Kastell und den Örtchen Kosic und Vrh unternehmen. Erklärschilder in vier Sprachen vermitteln dazu interessante Fakten. Für den zweiten Teil der Oliven-Wanderung nehmen wir zunächst ein Taxi-Boot vom Hafen in Punat nach Krk-Stadt und genießen die zwanzigminütige Fahrt entlang der Küste. Der Himmel ist wie fast die gesamte Zeit strahlend blau, als wir durch die Olivenhaine nach Lakmartin, Muraj und Kornic gehen. Anstatt des Rundweges biegen wir hier ab und schlendern entlang der Bucht von Punat durch die Marina zurück zum Hotel.

Selbstverständlich bietet auch Krk-Stadt reichlich Sehenswürdigkeiten, um hier einige Zeit zu verbringen. Toll gefallen haben uns die kleinen Altstadt-Gässchen rund um das Kastell der Frankopanen-Fürsten sowie der Hafen. Auch fußläufig erreichbare Badebuchten haben ihren Charme - zumal wenn man sie im Oktober fast für sich alleine hat. Weniger überzeugt haben uns das Aquarium sowie das Terrarium in der Innenstadt, in denen die Tiere unter fragwürdigen Bedingungen ausgestellt werden.




In der Tropfsteinhöhle Biserujka und im Kastell-Städtchen Vrbnik

Ein weiterer Ausflug führt uns in den Norden der Insel, wo wir die Tropfsteinhöhle Biserujka besuchen. Mitten in karger Landschaft steigen wir 15 Meter hinab und sind fasziniert von Stalagmiten, Stalaktiten und dem sogenannten Zypressensaal. Mindestens ebenso sehenswert ist das Kastell-Städtchen Vrbnik, das auf einem Fels thront, der steil ins Meer abfällt. Wir erkunden das nette Örtchen, drücken uns durch die angeblich kleinste Gasse der Welt und stehen Punkt 11 Uhr am klingenden Glockenturm. Danach gehen wir runter zum kleinen Hafen und freuen uns mit einem Fischer über seinen offenbar guten Fang. Zu guter letzt erkunden wir den kleinsten Strand der Insel Krk, der für unsere Neunjährige einige reizvolle Kletterfelsen bereit hält.




Das spröde Stara Baska und das lieblichere Baska

Die letzten beiden Touren führen uns ins eher schlichte Stara Baska sowie ins lieblichere Baska - beide Orte sind durch einen Bergrücken getrennt. In Baska erahnen wir, dass dieser schöne Fischerort im Sommer vermutlich auf eine riesige Menge Touristen ausgelegt ist. Die weiträumige Bucht mit Blick auf die Berge des Festlands ist wunderschön - insbesondere wenn man den Ausblick vom Pass an der Landstraße 102 genießt, wo die überragende Tour Zipline beginnt. Wir schlendern über die Promenade und durch die Altstadt und lassen ein paar Kieselsteine auf dem Wasser tanzen.
Fazit: Die Insel Krk erweist sich als gute Wahl für einen Herbsturlaub, bei dem wir auch etwas entdecken und wandern wollten. Schnell findet man sich zurecht und schätzt die kurzen Wege. Die Insel hat gegenüber vielen Nachbarn in der nördlichen Adria den Vorteil, dass man keine Fähre zum Übersetzen braucht, weil es eine Brücke gibt. Auch das tolle Wetter und das schönen Hotel Falkensteiner Punat Park passten. Ein Höhepunkt dort sind die atemberaubenden Sonnenuntergänge, die man am besten auf dem Turm der Hotelwasserrutsche verfolgt.

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