Costa Rica: Die beschwipsten Schmetterlinge vom Nebelwald

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Costa Rica

Costa Rica

An einem Fastnachtssonntag im Februar starten wir um 22:05 aus der Frankfurter Kälte in Richtung Westen. Das Eigenartige bei diesem Condor-Flug: Wir bewegen uns – anders als bei vielen USA-Flügen – mit der Dunkelheit über den Atlantik. Das hat den Vorteil, dass wir alle drei während der besonders langen Nacht ganz ordentlich Schlaf finden. Beim Zwischenstopp in Santo Domingo müssen wir im Flieger bleiben und dösen noch mal.

San José


Schließlich landen wir mit dem Sonnenaufgang in Costa Ricas Hauptstadt San José, wo am Flughafen und bei der Autoannahme alles reibungslos läuft. Um kurz vor 8 Uhr fahren wir mit unserem Toyota Rav4 direkt in die Rushhour. Bis zum Hotel in Santa Ana benötigen wir im Stau mehr als eine Stunde. Dort erwartet uns ein kleines aber feines Studiohotel. Um uns einzuleben, brechen wir gegen Mittag zum Zoo Ave Alajuela, einer Auffangstation für wilde Tiere. Der Weg dorthin ist abenteuerlich (Stau nach Belen), aber urig. Die iPhone-Ortung ersetzt uns nicht vorhandene Straßenschilder. Im Zoo erleben wir die einheimische Tierwelt vom Faultier über den Tukan bis zur Echse, toll! Emmy findet vor allen das Nachthaus mit dem Mantilla super. Auf dem Rückweg am Nachmittag ist dann unserer Handyakku leer, irgendwie mogeln wir uns zurück nach Santa Ana. Im Hotelpool auf der Dachterrasse ist es ab 16 Uhr bis zum raschen aber herrlichen Sonnenuntergang gegen 18 Uhr überragend. Nach einem schnellen Besuch bei McDonalds ist die komplette Familie um 20.30 Uhr eingeschlafen.

Reisen in den Westen sind prima, weil man ideal in den Tag starten kann: Um 4.30 Uhr werden wir langsam wach und sind um 6 Uhr beim leckeren Frühstücksbüffet. Eine Stunde später brechen wir auf zum Vulkan Irazu. Wir fahren etwas gegen den erneut abartigen Hauptstadtverkehr und verfahren uns nur einmal. Über eine (unerlaubte) Buckelpiste finden wir wieder auf den Highway – wozu haben wir Allrad. Der Verkehr lichtet sich auf der 30 Kilometer langen Auffahrt zum mit 3.500 Metern höchsten Vulkan des Landes, wo wir um 9 Uhr ankommen. Dort ist es, anders als üblich, leer und sonnig. Wir wandern zum Kraterrand und zum höchsten Aussichtspunkt, wo wir auch den qualmenden Vulkan Braulio sehen: saugut! Man ahnt, das man bei ganz klarer Sicht vor hier aus Atlantik und Pazifik gleichzeitig sehen kann. Nach der Abfahrt lunchen wir im Restaurant 1910 sehr einheimisch und üppig (Burger und Fleischplatte für 2). Dann geht es zurück nach Santa Ana. Bereits am zweiten Tag haben wir uns prima eingegroovt in Costa Rica.

Nach einem gemütlichen Frühstück brechen wir um kurz vor 8 Uhr ins Val de Orosi auf. Der Trip dorthin ist identisch bis nach Catargo – nur dass wir dann nicht in die nördliche Vulkanregion, sondern ins südlich gelegene Tal abbiegen. Mit Glück und Geschick passieren wir den komischen Verkehr und fahren über Paraiso nach Cachi zum Stausee (schwer bewacht). Wir finden auch das malerische La Casona Del Cafetal, eine Finca mit Restaurant direkt an einer Lagune gelegen. Dort unternehmen wir einen kleinen Trail und sehen fleißige Ameisen, Schmetterlinge und bunte Vögel. Zudem blicken wir aus dem Tal auf den Irazu-Vulkan (heute leicht bewölkt). Da wir zum Lunchen noch zu früh sind, düsen wir durch herrliche Kaffeeplantagen und über eine verwegene Hängebrücke am Rio Navarro ins sympathische Orosi. Nach einem Stopp an der alten Kirche und einen Dorfspaziergang lunchen wir im Restaurant Coto einheimisches Cosado, lecker. Am Fluss vergewissern wir uns noch mal, dass Rafting mit einer Sechsjährigen suboptimal ist. Dafür sehen wir auf der weiteren Strecke wilde Bananen, ehe wir in Paraiso einen Spielplatzstopp einlegen. Anschließend scheitern wir mit unserer Suche nach der Kaffeeplantage Finca Christina. Wir beschließen, ins Hotel zurück zu fahren.Vorher besuchen wir nach unserem ersten Tankstopp die Shopping Mall in Escazu - tolle Atmo, leider sauteuer! Ab 17 Uhr erleben wir auf unserem Dachterrassenpool wieder einen Top-Sundowner und planen die folgenden Tag im Regenwald. Wir liegen kaum später als gestern und vorgestern im Bett.

La Fortuna


WASSER, das ist das Element dieses Tages! Erstmals weckt uns ein Wecker (6.10 Uhr), den wir galant überhören. Wir frühstücken und brechen Punkt 8 Uhr auf gen Norden, allerdings werden wir ausgebremst. Erst finden wir keine Post für die benötigten Briefmarken, dann stehen wir San Antonio de Belen im obligatorischen Superstau. Erst um 9.30 Uhr erreichen wir die Autobahn 1. Dann brummen wir nonstop über die Berge und den Regenwald nach Fortuna, wo wir kurz vor 13 Uhr ankommen. Nach dem kurzen Checkinn brechen wir gleich auf in Richtung Baldi, einem der zahlreichen Hot Spring Resorts. Um 14.30 Uhr sitzen wir für drei Stunden in 45 Grad warmen Thermalwasser, der ständige Nieselregen stört dabei nicht, aber leider sehen wir auch nichts vom benachbarten Arenal-Vulkan. Wir pilgern von Becken zu Becken und genießen die heißen Quellen. Um 17.30 Uhr sind wir durch, ziehen uns um und besuchen das ordentliche Dinner-Buffet - inklusive Schokobrunnen. Um 19.30 Uhr kommen wir ziemlich fertig im Hotel an. Dort entscheiden wir, den kommenden Tag selbst zu organisieren und nicht 163 US-Dollar pro Person für eine geführte Tour auszugeben. Wir schlafen ein im Trockenen, draußen schüttet es aus Kübeln.

Wir wachen erst mit dem Wecker um 6.40 Uhr auf, frühstücken (Musik: Survivor, Slade und Bob Marley) und starten um 8 Uhr in Richtung Vulkan Areal, den wir bei dem Nebel nur erahnen können. Dafür ist der niedersächsische Landregen in eine allgemeine Feuchtigkeit übergegangen. Die letzten neun Kilometer zum Nationalpark legen wir sachte auf einer ausgespülten Buckelpiste zurück. Um 9 Uhr starten wir unseren sehr schönen zweistündigen Trail, inklusive Hängebrücke, Wasserfall und Tierbeobachtung - Pferde, Rinder, Greifvögel und ein toter Frosch. Ohne den Blick auf den Vulkan könnten wir aber auch durch den Harz spazieren. Wir düsen anschließend zurück zum Hotel und zu einer netten Wäscherei, wo wir 4 Kilo Wäsche waschen lassen. Zum Lunch versorgen wir uns mit heimischen Leckerlis aus einem kleinen Supermarkt.  Dann geht es zu den Mistico-Hängebrücken am Arenalsee, wo wir knapp vier Kilometer über zehn Brücken, einen Tunnel und sechs Hängebrücken durch den Regenwald spazieren. Herrlich! Wir sehen Nasenbären, kackende Affen eine Schlange und einen Tukan. Nur den Vulkan Arenal sehen wir immer noch nicht. Kurz nach 16 Uhr geht es zurück nach Fortuna, um unsere Wäsche abzuholen. Da wir durch unsere Selbstorganisation einige Dollar gespart haben, gönnen wir uns am Samstagabend Steaks im netten (und auch von Einheimischen besuchten Hotelrestaurant). Um kurz nach 20 Uhr überfällt uns bereits eine Bettschwere. Dies wird der einzige Tag im gesamten Urlaub sein, an dem wir nicht baden!

Montoverde


Nach dem Frühstück brechen wir um Punkt 8 Uhr in Richtung Lake Arenal auf. Der gleichnamige Vulkan verbirgt sich weiterhin hinter Wolken. Die Strecke um den See in pittoresk, zuweilen lesen wir Protestschilder, die sich gegen US-Immobilienbesitzer richten. In Nuevo Arenal versorgen wir uns beim deutschen Bäcker und tanken noch mal voll, bevor es westlich des Sees nach Tilaran geht. Dahinter stoppt die asphaltierte Straße und wir fahren mehr als 30 Kilometer Buckelpiste nach Santa Elena, wo wir in der Monteverde Lodge absteigen - ökologisch wertvoll, ohne TV und mitten in Urwald. Wir laufen noch kurz in die Stadt und buchen unseren Canopy-Trip für morgen. Anschließend chillen und lunchen wir im Hotelgarten, ehe wir in den sehenswerten Schmetterlingsgarten fahren. Die Führung dort ist spitze, wir dürfen sogar Kakerlaken und Spinnen streicheln. Höhepunkt ist allerdings der blaue Morpho, die nach unserer Ansicht schönste Schmetterlingsart Costa Ricas. Laut Guide nascht sie liebend gerne an vergorenen Fruchten und hat dadurch quasi dauerhaft ein sitzen. Dieses Laster kostet die Art leider etwas an Lebenserwartung: Rock n´ Roll! Anschließend verbringen wir den späten Nachmittag am und im Naturpool. Abendessen gibt es bei Sabor Tico: saugut! Wir reservieren gleich für morgen.

Um kurz nach 6 Uhr werden wir vor dem Wecker wach. Anschließend gibt es das einzige Menü-Frühstück der Reise im renommierten Jardin-Restaurant des Hotels. Um 8 Uhr holt uns der Selvatura-Bus für unseren Canopy-Trip ab. Wir tingeln noch ein paar Hostels ab und sammeln ein paar ebenso junge Hipster ein wie wir es sind :-). Im Selvatura-Park im Nebelwald bekommen wir ein kurze Einweisung, ehe es an die Ziplines geht. Emmi macht es super, allerdings müssen Mama oder Papa stets dabei sein. Wir düsen über 13 Canopy-Seile zwischen 80 und 1.000 Meter: Wahnsinn! Zwischendurch pilgern wir durch den Sekundärwald. Den Tarzanjump darf Markus nicht machen (mehr als 90 Kilo), Sille lehnt dankend ab. Nach dem Trip kaufen wir uns noch eine Bilder-CD und lassen und nach Santa Elena shutteln. Dort bekommen wir endlich unsere Stamps und machen die Postkarten klar. Lunch holen wir uns in einer kleinen Bäckerei in Monteverde und essen bei uns im Hotelgarten. Anschließend unternehmen wir noch ein paar Trails (Ameise beißt Emmi) und entscheiden uns gegen den überteuerten Frog Pond für 13 US-Dollar. Den späten Nachmittag chillen wir noch einmal am schönen Naturpool, ehe es gegen 17 Uhr echt kühl wird. Zum Dinner sind wir wieder in Sabor Tico und werden dort winkend verabschiedet: Pura Vida.

Playa El Yobo


Wir stellen keinen Wecker und werden dennoch um 6.30 Uhr wach. Erneut genießen wir das a la Carte Frühstück mit Regenbogen und starten Punkt 8 Uhr von den Monteverde Lodge. Es folgen 28 Kilometer heftigste Gravel Road in Richtung Las Juntas, hart. Wir feiern Feste, als wir nach 70 Minuten geteerte Straße spüren. Anschließend fahren wir auf der Interamericana über Canas und Liberia nach La Cruz, kurz vor der Grenze nach Nicaragua. zu guter Letzt tuckern wir wieder 15 Kilometer auf einer Buckelpiste, ehe wir das Hotel Dreams Las Mareas in Playa El Yobo um 12.30 Uhr erreichen. Dort läuft alles professionell ab wie in einem Bondfilm: Begrüßung, Vorstellung der Facillities. Anschließend geht es bei mehr als 30 Grad in die sechs Pools und runter zum öffentlichen Strand – dort sieht man manchmal Affen und nachts Schildkröten. Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang um kurz vor 18 Uhr in den Pools, in einigen lassen sich vorwiegend Amis und Kanadier gerne und gut mit Drinks versorgen. Anschließend geht es noch in den (gereinigten) Whirlpool auf dem Balkon. Die Absacker nach dem Dinner im World-Restaurant nehmen wir in der Karaoke-Disco, wo die Amis erstaunlich gut performen (u.a, Billy Idols Rebel Yell, Livin on a Prayer und Streetlight People von Journey).

Playa de Matapolo


Um kurz vor 10 Uhr brechen wie gen Süden auf. Wir fahren geschmeidig zwei Stunden über Liberia und sind um kurz nach 12 Uhr im RIU in Playa de Matapolo. Erstes Urteil: die Location und die Pools halten nicht mit Dreams de Las Maraes mit, aber Service, Essen und Strand sind deutlich besser. Die Themenbuffets machen ihren Namen alle Ehre. Hinzu kommen Shrimps, Seafood, Sushi und der beste Schokobrunnen bisher. Auch die abendlichen Shows haben das Niveau deutscher Musicals. Der Pacifico bietet bei stabilen 34 Grad Lufttemperatur eine an genehme Abkühlung. Highlights sind auch hier Pool-Basketball mit "His German Airness" und US-Trinkspiele, bei den sich Ashley aus Illinois – oder wie siegt sagt „Ällinoi“ besonders hervortut.

San José


Nach dem Lunch im Meerrestaurant starten wir am letzten Tag um 13.15 Uhr bei sengender Hitze über Liberia nach San José. Um kurz vor 18 Uhr erreichen wir den Airport - im Rücken die untergehende Sonne, vorne in den Bergen rot schimmernde Wolken und der sich seit zwei Wochen andeutende Vollmond. Der Verkehr hier ist wieder eine Katastrophe, ebenso die Beschilderung. Mit mehr Glück als Verstand checken wir um 18.30 Uhr ein. Anschließend gehen wir noch kurz einkaufen und beenden den Urlaub essenstechnisch wie wir ihn begonnen haben: bei McDonald's. Der Wecker steht auf 4.30 Uhr. Um kurz nach 5 Uhr brechen wir leicht drömmelig auf, um das Auto abzugeben. Angesichts des Verkehrs am Vorabend haben wir reichlich Puffer eingebaut und sind bereits nach wenigen Minuten an der hoffentlich richtigen Abgabestelle. Als noch ein paar Deutsche mit Jeep eintreffen, wissen wir dass das passt. Die Abgabe verläuft ebenso reibungslos wie der Shuttletransfer, das Erstatten der Ausreisegebühr an die Regierung Costa Ricas sowie das Umbuchen unserer Plätze auf eine echte Dreierreihe.

Dank ordentlichen Jetstreams landen wir um 5.30 Uhr eine halbe Stunde früher als geplant in Frankfurt. Mittags gönnen wir uns zwei Stunden dosierten Schlaf. Abends geht EmmY um 21 Uhr ins Bett. Wir wachen erst um 12.45 Uhr wieder auf. Keine fünf Tage nach unserer Landung sehen wir unwirkliche Bilder aus Costa Rica. Der bei uns noch qualmende Vulkan Braulio ist ausgebrochen und spukt Lava. Der folgende Ascheregen war so enorm, dass der Flughafen San Jose längere Zeit seinen Betrieb einstellen muss. Schwein gehabt!!

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