Andalusien: Topspots im Spätsommer

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Andalusien

Um den Sommer noch ein wenig zu verlängern, gibt es in Europa nur wenige Ecken, die es mit Andalusien aufnehmen können.

Novo Sancti Petri

Unser Basislager schlagen wir im Jahr 2016 zum dritten Mal Novo Sancti Petri an der Costa de la Luz auf. 2008 und 2011 war unsere Tochter elf Wochen beziehungsweise knapp drei Jahre alt. Jetzt ist sie acht und wirft sich selbst Ende Oktober noch wuchtig in die herrliche Brandung des rund 20 Grad warmen Atlantiks - wie die Zeit vergeht. Sind uns Wind und Wolken doch mal zu ungemütlich, so stiefeln wir den acht Kilometer langen Playa de la Barrosa rauf und runter, natürlich barfuß. Zudem hat die Reisezeit für dreisezeit einen schönen Nebeneffekt: Vor der Umstellung auf die Winterzeit geht die Sonne erst gegen 19:40 Uhr unter und hinterlässt abends eine traumhafte, schier endlose Dämmerung. Umgekehrt geht sie erst um kurz vor 9 Uhr auf - aber wenn kümmert das, wir haben ja Urlaub.

Gibraltar

Nach zwei schönen Strandtagen zum Auftakt soll nun etwas Regen kommen. Wir nutzen die gut ausgebauten Straßen Andalusiens und folgen der Sonne. Mit unserem Seat Ibiza starten wir um kurz vor 10 Uhr gen Süden. Entlang unzähliger Windräder fahren wir vorbei am Surferspot Tarifa zur Bucht von Algeciras. Als wir um 11:45 Uhr kurz vor dem Grenzübergang von Gibraltar parken, ist das Wetter wird tatsächlich schön. Das Kleingeld, 6,35 Euro, reicht gerade für die maximale Parkdauer von vier Stunden. An dem obligatorischen Auto-Stau vor der Grenze marschieren wir einfach vorbei, zeigen unsere Pässe und gelangen auf britisches Territorium. Dann geht es über die Landebahn des Flugplatzes und das Nordtor zum Kasematten Platz. Von dort aus marschieren wir entlang der Main Street durch das Südtor zur Talstation der Gondel zum Affenfelsen. Angesichts der dortigen Schlange und der knappen Zeit entscheiden wir uns gegen die Gondel und für den tollen Botanischen Garten, mitsamt überragendem Spielplatz - gute Wahl. Inzwischen ist es übrigens 27 Grad warm und richtig sonnig. Zurück lassen wir uns dann lässig durch diese verrückte Stadt treiben. Die Mischung aus britischer Attitüde und mediterraner Lockerheit ist echt schräg, aber irgendwie sympathisch. Wir kaufen noch steuerfrei ein, bevor wir wieder am Casemate Square am Fuße des Rocks landen. Dann geht es zurück über die Landebahn, wo ausgerechnet noch eines der wenigen Flugzeuge landet, krass. Pünktlich nach vier Stunden sind wir zurück am Auto und düsen die kürzere Strecke durch das Landesinnere zurück. Vorbei an Medina Sidonia erreichen wir bereits um kurz nach 17 Uhr Chiclana. Die fetten Pfützen sind hier immer noch nicht verdunstet.

Sanlucar de Barrameda

Tags darauf können wir dem Regen kein zweites Mal entfliehen. Draußen schüttet es wie aus Eimern. Egal, wir entscheiden uns dafür, heute das eine Autostunde entfernte Sanlucar de Barrameda zu besuchen und packen unsere Regenjacken ein. Kolumbus ist von dieser Stadt an der Mündung des Guadalquivir zu seiner dritter Amerikafahrt aufgebrochen. Vermutlich waren ihm seine Koordinaten damals wesentlich besser bekannt als uns heute, als wir unser Auto in der Nähe eines interessanten Stapel-Friedhofs parken. Dann irren wir ein wenig durch den Nieselregen, vorbei an einer der vielen örtlichen Bodegas. Dort gibt es anders als in Jerez keinen Sherry, sondern den heimischen Manzanilla. Angesichts von Wetter und Stadtviertel müssen wir bisher sagen: schön ist anders. Erst als wir das Tourist Office entdecken, bekommen wir etwas Struktur in den bis dahin noch recht unspektakulären Ort und versöhnen uns mit ihm. Wir marschieren entlang der sandigen Avenida Calzada Duquesa Isabel zum Strand Playa da La Calzada mit diesigem Blick auf den Parque Nacional de Donana - und kehren auf einen Espresso in einer an diesem Sonntag gut gefüllten Bar ein. Dann marschieren wir zurück in Unter- und Oberstadt. Am Plaza del Cabildo, wo die Kellner lauthals singen, machen wir Fotos von den unzähligen Tauben. Am Plaza de san Roque müssen wir dann die Regencapes anziehen, weil es gewaltig kübelt. Wir gelangen zur Oberstadt und kommen dann wie von Geisterhand geführt direkt wieder an unserem Auto raus. Sometimes it's magic!

Cádiz

Regen weg, Bewölkung noch da. Heute ist ideales Wetter für Cádiz. Binnen 40 Minuten gelangen wir zum westlichen Parkhaus in der Nähe der Kathedrale und starten um 11:30 Uhr unsere Tour durch die tolle Altstadt: Vorbei an der Fischern an der Calle Campo del Sur bis zum La Caleta Beach - hier wurden Szenen des Bond-Films "Stirb an einem anderen Tag" gedreht, die eigentlich in Kuba spielten. Dann geht es durch den Genova-Park, den unsere Tochter schon von fünf Jahren liebte, auf die Ostseite der Stadt, wo sich am Tourist Office die farbigen Linien treffen. Sie dienen Besuchern als Orientierung durch das Altstadtgewirr. Im Hafen liegt übrigens wie schon in Gibraltar "Mein Schiff" von TUI. Dann besuchen wir die Kathedrale, die Markthalle sowie den Blumenmarkt, wo eine drittklassige Flamenco-Tänzerin eine ziemlich üble Show abliefert. Anschließend testet Emmy noch mal einen netten Spielplatz und wir fahren zurück nach Novo Sancti Petri, wo wir den Nachmittag am Barrosa-Strand ausklingen lassen. Die Sonne ist zurück!

Sevilla

Wir sind zum fünften Mal in den vergangenen 15 Jahren im Südwesten Europas. Wir besuchten die Alhambra in Granada mit Kinderwagen, spazierten zu dritt durch Córdoba und Ronda. Wir waren an der spanisch-portugiesischen Grenze bei Ayamonto, in Faro und an der Algarve. Aber für Sevilla, die Hauptstadt Andalusiens, hat es bisher irgendwie nie gereicht. Bis heute. Wir starten um 9:30 Uhr und gönnen uns für 7,30 Euro die kostenpflichtige AP4. Mangels Parkhäusern landen wir irgendwie direkt im Gassengewirr der City und fahren über die Avenida de la Constitution entlang der Kathedrale von Sevilla. Das fühlt sich an, als würden wir mit dem Auto über die Frankfurter Zeil donnern. Mit Glück und Geschick finden wir kurz darauf ein Parkhaus direkt an der Stierkampfarena. Von dort aus erkunden wir ab 11:15 Uhr die City. Kathedrale und Giralda schauen wir uns lediglich von außen an, weil rund um das Gotteshaus die Hölle los ist. Dann reihen wir uns ein in die Schlange zum Alcazar, wo wir eine Stunde bis 12:45 Uhr anstehen. Notiz an uns selber und alle Interessierten: Bei den Top-Sehenswürdigkeiten der Stadt hätte sich, genau wie bei der Alhambra, eine Online-Reservierung rentiert - dann geht es wesentlich fixer. Der historische Palast lohnt die 9,50 pro Nase (Emmy ist frei) allemal. Knapp zwei Stunden schlendern wir bei sonnigen 27 Grad durch die Patios, Innenräume und Gärten (inklusive Irrgarten) des Alcazar. Anschließend besuchen wir das schnuckelige, angrenzende jüdische Viertel Santa Cruz. Weil unsere Tochter erstmals die neue Garmin-Laufuhr mit Schrittzähler tragen darf, machen wir heute gemeinsam ordentlich Meter. Als wir nach dem tollen Plaza De Espana und dem Canal de Alonso XIII am Goldturm ankommen, haben wir mehr als 20.000 Schritte auf der Uhr, wow. Der Kinderlied-Klassiker "Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm" mobilisiert schließlich letzte Reserven. Wir stärken uns noch einmal in einer Bäckerei und gelangen gegen 17 Uhr wieder zur Stierkampfarena. Die 10 Euro für das Parkhaus erachten wir als angemessen. Zurück nach Novo Sancti Petri entscheiden wir uns dann für die kostenlose Route. Schnell merken wir, warum das so ist. Die Strecke ist länger, weit weniger gut ausgebaut und sehr beliebt bei Fahrern überdimensionaler Trucks. Gegen 19 Uhr sind wir einigermaßen platt zurück in unserem schnuckeligen Hotel Vincci Costa Golf - pünktlich zum leckeren Abendessen. Aber erholen können wir uns jetzt ja an den drei tollen Strandtagen an La Barrosa, die noch vor uns liegen.
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